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Internationale Anti-Pelz-Kampagne der Fur Free Alliance macht Druck auf Prada

PM vom Deutschen Tierschutzbund

Internationale Anti-Pelz-Kampagne der Fur Free Alliance macht Druck auf Prada

Weil Prada immer noch Pelz in seinen Kollektionen verwendet, startet die Fur Free Alliance während der anstehenden, weltweit stattfindenden „Fashion Weeks“ eine Kampagne gegen die Modemarke. Der internationale Zusammenschluss aus mehr als 40 Tierschutzorganisationen, dem auch der Deutsche Tierschutzbund angehört, setzt sich für ein Ende der Pelztierhaltung und des Handels mit Echtfell ein. Gemeinsam mit allen Mitgliedern der Allianz wird der Deutsche Tierschutzbund Druck ausüben und Prada auffordern, es Konkurrenten nachzumachen und endlich pelzfrei zu werden. Tierfreunde sind aufgefordert, ihren Protest direkt an Prada zu richten.
„Tierschutz ist inzwischen auch in der Modewelt ein wichtiges Thema geworden. Prada sollte deswegen ebenfalls neue Wege gehen und keine grausame Tierqual mehr unterstützen“, sagt Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz und Pelzexpertin beim Deutschen Tierschutzbund. „Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, dass Tiere für ein überflüssiges Luxusgut wie Pelz leiden und sterben müssen.“
Auf Pelztierfarmen verbringen Wildtiere, wie Marderhunde, Nerze oder Füchse, ihr ganzes Leben in kleinen Drahtkäfigen, in denen sie ihr natürliches Verhalten in keinster Weise ausüben können. Sie werden vergast oder durch Elektroschocks getötet. In freier Wildbahn werden Pelz tragende Wildtiere auch heute noch in vielen Ländern mit Fangeisen gefangen. Oft harren die Tiere tagelang ohne Nahrung und Wasser in den Fallen aus, bis sie verenden oder von den Fallenstellern getötet werden. Viele verstümmeln sich selbst, im verzweifelten Versuch, aus den Fangeisen zu fliehen.
Verbraucher sprechen sich gegen Pelz aus Umfragen zeigen, dass sich die Mehrheit der Verbraucher gegen die Verwendung von Pelz ausspricht. Viele andere große Modemarken, darunter Gucci, Versace, Armani, Michael Kors, Hugo Boss und seit heute auch Burberry, haben sich dem Druck der Öffentlichkeit gebeugt und verzichten bereits auf Echtpelz. Die Kampagne der Fur Free Alliance fokussiert sich auf die Modewochen in New York City (6.-14.9.), London (14.-18.09.), Mailand (18.-24.9.) und Paris (24.9.-2.10.). Der Deutsche Tierschutzbund nimmt die Veranstaltungen zum Anlass, um öffentlich zum Protest aufzurufen. Tierfreunde können sich mit einem Musterbrief, zu finden auf der Website www.tierschutzbund.de/kampagne-pelz, direkt an Prada wenden.

Nerz auf einer Pelztierfarm im engen Gitterkäfig

Ein Tag im Leben eines Tierschützers

Ein Tag im Leben eines Tierschützers

Montag morgends um 6.30 Uhr ein Anruf:

„Gleich muss ich zur Arbeit, vor meiner Haustür liegt eine Katze mit 4 Jungen – bitte holen Sie die ab!“

Wir haben kein Tierheim und alle Pflegestellen sind besetzt! Ich muss mir erst etwas einfallen lassen!

7.00 Uhr: „In meinem Gartenhäuschen – die Tür war nicht verschlossen – liegt eine Katzenmutter mit 6 Katzenbabies können Sie die aufnehmen?“

Au weia, wenn wir ein Tierheim hätten – das wäre einerseits toll – andererseits: es wäre an einem einzigen Tag mit Katzen überfüllt! Bitte Geduld! Ich suche nach einer Möglichkeit!

7.10 Uhr: „Ich habe mit einem Freischneider unter meiner Hecke gemäht. Habe dabei einen Igel skalpiert – was muss ich jetzt machen?“

Zum Tierarzt damit fahren, ja doch – wir übernehmen die Rechnung! Ob wir fahren können? Wo wohnen Sie denn? Au weia, das ist für uns eine Tour 26 Kilometer und ein Tierarzt ist doch gleich bei Ihnen um die Ecke…okay, da muss ich sehen, wer frei hat und nicht arbeiten muss! Nein, wir arbeiten nicht beim Tierschutz, wir machen das alle ehrenamtlich. Nein, wir bekommen für unsere Tierschutzarbeit kein Geld – ich sagte doch: ehrenamtlich!

7.20 Uhr: „Ich habe gestern mehrfach bei Ihnen angerufen! Weshalb geht sonntags niemand ans Telefon? Ich muss meine Katzen loswerden. Ich ziehe um und darf sie nicht mitnehmen!“

Wir waren gestern den ganzen Tag auf dem Flohmarkt! Nein, das ist kein Hobby von uns! Ihre Katzen sind nicht kastriert und unkastrierte Katzen vermitteln wir nicht! Da Sie das Geld wegen der geschilderten Umstände für den Tierarzt nicht aufbringen können, müssen WIR das Geld ja wohl aufbringen… nein, Tierärzte haben eine Gebührenordnung, die sie nicht unterschreiten dürfen! Wir müssen den Tierarzt auch bezahlen! Nein, der Bund gibt uns kein Geld! Nein, wir sind keine Beamten eines Amtes! Tierschutz ist eine gemeinnützige Vereinsarbeit von Leuten, die den Handlungsbedarf sehen.

7.40 Uhr: „Hier auf der Straße in… Hausnummer… liegt eine Katze. Sie wurde angefahren. Sie faucht! Ich kann sie nicht anfassen und sie gehört mir auch nicht!

Okay, ich komme – weg vom Tel bewaffnet mit Korb, Handschuhen und Netz – Katze einfangen und zum Tierarzt bringen. Neugierige Passanten begutachten mein Treiben. Einige sind behilflich und halten den Korb, einige sagen „lasst sie krepieren, es gibt ja genug“,  einige sind voller Mitleid… Nun ab damit zum Tierarzt – wo brauche ich keinen Termin? Über das mobile Netz eine Möglichkeit suchen.

Wieder zu Hause, Katze ist beim Tierarzt geblieben…

9.00 Uhr: Anrufe auf dem AB „verdammt, Euch erreicht man ja nie“ und „ich habe junge Katzen gefunden, kann die jemand holen?“

Es wird also zurückgerufen und man lässt sich anmachen, weil man nicht am Tel gesessen hat (dazu wäre man ja verpflichtet) und erst nach einer Unterbringungsmöglichkeit suchen muss (wir haben ja kein Tierheim).

Böse Welt, ich würde gerne endlich frühstücken!

9.20 Uhr: Es ist so heiß und die Schafe auf dem Deich haben keinen Unterstand, sie sind der prallen Sonne ausgesetzt und Sie sind verpflichtet, für Abhilfe zu sorgen! Ich zeige Sie wegen Untätigkeit an!

Ja, das mit den Schafen ist ein Problem! Wir finden das auch nicht in Ordnung, nur: auf dem Deich darf nichts gebaut werden! Das hat etwas mit dem Deichschutz zu tun! Da gibt es gesetzliche Vorschriften, auf diese haben wir keinen Einfluss! Ja, ja – ich weiß: der Tierschutz ist untätig! Nein, ich bin keine Beamtin und ich werde auch nicht dafür bezahlt.

9.35 Uhr: schwerverletzte Kuh

Ja, ich komme – den Besitzer kennen Sie nicht? Ich komme…

Böse Welt! Die Kuh ist nicht verletzt – sie ist bullig und legt entsprechendes Gebaren an den Tag! (kennt jemand rollige Katzen? Die sind auch nicht krank) Nein, der Landwirt wird einen Teufel tun und seine Kuh kastrieren lassen – auch nicht mit Überredungskünsten!

Welchen Sinn sollte er darin sehen?

10.40 Uhr: Es ist ja wieder niemand ans Tel gegangen, das ist ganz furchtbar bei Euch! Ich habe eine Schildkröte gefunden!

Jo, Wasser- oder Landschildkröte? Na gut, ich beschreibe einmal, Rotwange, Gelbwange, Moschus, Geier, maurische, griechische, europäische Sumpf, Steppen…

Doch, die Unterschiede sind ganz wichtig! Schildkröten fallen unter Artenschutz (Cites) und dürfen nicht mehr verkauft oder vermittelt werden. Da gibt es für die Arten unterschiedliche Vorschriften!

Und wir wollen uns doch keinen Ärger einhandeln oder diese Tiere nicht artgerecht unterbringen wollen….?

11.07 Uhr: Entweder nimmt bei Euch niemand ab oder es ist dauerbesetzt! Ihr müsst einen zweiten Tel-Anschluss haben! Wir haben einen Karton mit jungen Vögeln, die alle Hilfe brauchen…

Halt, ich komme sofort – wohin?

Ich habe es mir gedacht! Am Ort des Geschehens:

Wird das Nest zu eng, hopsen die Nestlinge aus dem Bettchen (Nest) und setzen sich auf die Erde. Dort werden sie von den Eltern weitergefüttert! Natürlich kommen die Eltern nicht, wenn wir daneben stehen – sie wollen ja nicht den Standort ihrer Kinder verraten!

Sicher könnte eine Elster oder Katze den Jungvogel schnappen – momentan sind wohlmeinende Bürger aber eher die Gefahr. Wie sonst könnte ein Karton mit Jungvögeln zusammenkommen?

Wir setzen unter Protest der Bürger die Vögel wieder hin und bitten sie, in Häuser oder  Autos zu gehen und genau, ganz genau, hinzuschauen!

Siehe da, die Winzlinge werden gefüttert!

Einige Bürger sind überrascht, sie wussten es nicht besser – meinten es aber gut! Ein Anwohner meinte allerdings, die Tierschützer wären nur zu faul, die Pflege der Kleinen zu übernehmen. Na ja, man muss als Tierschützer schon gute Nerven haben!

Nach dem ganzen Palaver ist es mittlerweile 12.20 Uhr, als ich wieder zu Hause bin. Unterwegs habe ich Kaffee getrunken und zwischendurch 2 Brötchen gegessen. Zu Hause angekommen ist der Anrufbeantworter voll:

Anfragen wegen einem Hund, es geht um Hühner und Katzen, Katzen, Katzen…

Wir haben im Landkreis Leer mehrere Katzenschutzvereine und auch sie schaffen es nicht, diesem Elend ein Ende zu bereiten! Niemand von diesen Leuten ist untätig, aber ganz klar: je mehr der Tierschutz unterstützt und umsetzt, um so selbstverständlicher wird erwartet, dass wir Kosten übernehmen und unliebsame Tiere aufnehmen. Einige Leute kastrieren ihre Katzen, die Mehrheit geht davon aus, dass der Tierschutz verpflichtet ist, Kastrationskosten zu übernehmen! Das Katzenproblem ist hausgemacht!

Wer ein Tier hält, muss auch für die Unkosten aufkommen!

In Leer besteht auch die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen seit ein paar Jahren! Aber wen interessiert das? Es gibt ja Tierschutzvereine, dann sollen die eben…

Ich versuche jetzt die Anrufe auf dem Anrufbeantworter zu beantworten, werde aber immer wieder von neuen Anrufen unterbrochen – daher: niemand erreichbar oder ständig besetzt…

Und so geht das immer lustig weiter bis in die späten Abendstunden!

Es wäre wünschenswert, wenn sich mehr Bürger für den Tierschutz engagieren würden! Allerdings auch professionell und nicht mit gefährlichem Halbwissen! Dann wäre diese Arbeit auf mehreren Schultern verteilt! Es wäre wünschenswert, dass Katzenbesitzer ihre Katzen gemäß der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht zum Tierarzt bringen würden und dieser Pflicht nachkämen! Der Tierschutz ist dafür nämlich eigentlich gar nicht zuständig. Es wäre wünschenswert, wenn Tiere endlich als fühlende Mitgeschöpfe gesehen werden würden!

Und noch etwas fällt mir auf: je mehr sich die Tierschützer ins Zeug legen, Geld zusammentragen, um die Unkosten zu decken, private Kosten von Anrufern, die in Not geraten sind übernehmen und in Notfällen helfen – es wird zur Selbstverständlichkeit und die Ansprüche und Forderungen steigen, teilweise bis zur Unverschämtheit.

Einem unserer Mitglieder wurde bereits angeraten, sein Haus zu verkaufen – dann könne er ja mehr Katzen kastrieren…

So, das alles musste ich einmal loswerden – auch wenn es wieder viel Kritik geben wird!  Aber der beschriebene Zustand entspricht absolut und voll der Wahrheit!

V.i.S.d.P.: Renate Ankelmann

 

Katze, gerade kastriert, weiblich, noch schlafend
Verhungerte Vögel, durch Neonikotinoide zu wenig Insekten (Foto Johann Beuke)
angeschossener Pfeifentenerpel (Foto Eilert Voss)
Nothilfe Igelbabies
junge Möwe, verletzt, wurde von Jugendlichen mit Steinen beworfen
Info-Stand, BBS Leer
Verkaufsstand beim Tag der offenen Tür im Tierheim Jübberde
Adventsmarkt in Weener
Frieren auf dem Adventsmarkt in Weener

Offener Brief von Herrn Dr. Eisenhardt von Loeper an Frau Bundeskanzlerin Merkel

Herr Dr. von Loeper hat gemeinsam mit dem ehemaligen
Präsidenten/Ehrenpräsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Herrn Wolfgang Apel, das Staatsziel „Tierschutz” im Artikel 20a des
Grundgesetzes erkämpft und somit die staatliche Schutzpflicht durch die Gesetzgebung „im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung” sowie durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung „nach Maßgabe von Recht und Gesetz” für die Tiere erstritten. Von dieser Staatszielbestimmung Tierschutz sind wir noch einen großen Schritt entfernt, weil die Politik
immer noch nicht dem Grundgesetz Rechnung getragen hat. Aus diesem Grund ist Herr Dr. Eisenhardt von Loeper an die Öffentlichkeit gegangen.

 

Tierschutzschiff pacifico: Open Ship 14. bis 16. August

Tierschutz auf dem Schiff erleben! Das könnt ihr vom 14. bis 16. August 2017 im Rahmen der Festwoche in Weener (8. bis 16. August) auf der Segelyacht pacifico im Alten Hafen von Weener. Tierschutzschiff pacifico: Open Ship 14. bis 16. August weiterlesen