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Duhner Wattrennen – Sieg auf Kosten der Tiere

Hier, etwas verspätet, die PM des Deutschen Tierschutzbundes zum Duhner Wattrennen. Aber das Thema bleibt ja leider aktuell…

Duhner Wattrennen

Siegen auf Kosten der Tiere

Anlässlich des Duhner Wattrennens, das am 22. Juli auf dem Watt vor Cuxhaven stattfindet, macht der Deutsche Tierschutzbund auf bestehende Probleme im Pferdesport aufmerksam. So kommen bei Rennen immer wieder tierschutzwidrige Methoden zum Einsatz.
„Es ist zwar positiv, dass Amtsveterinäre in diesem Jahr verstärkt die Einhaltung des Tierschutzes beim Duhner Wattrennen überwachen wollen. Dennoch: Wer genau hinsieht, muss erkennen, dass die Grenzen zwischen Sport und Tierquälerei inmitten dieses und ähnlicher Events verschwimmen“, sagt Dr. Esther Müller, Fachreferentin für Pferde beim Deutschen Tierschutzbund.
Das Duhner Wattrennen, das immer zahlreiche Touristen als Höhepunkt ihres Besuches an der Nordsee anlockt, war schon mehrmals wegen Tierquälerei und verbotenen Hilfsmitteln in die Kritik geraten. Unter anderem kamen Zungenbänder, mit denen die Pferdezungen am Unterkiefer festgebunden werden, zum Einsatz – ebenso wie Ohrstöpsel, die die Ohren der Pferde verschließen und kurz vor Ziel gezogen werden, um als akustische Peitsche zu dienen. Beides bereitet den Tieren starkes Unbehagen und versetzt sie sogar in Angst, was sich nicht mit einem tiergerechten Umgang vereinbaren lässt – die Tiere müssen für den Erfolg leiden.
Peitschenhiebe sollen Pferde anspornen Für Tierleid sorgen bei Galopprennen auch Peitschenhiebe, die die Pferde zu mehr Leistung antreiben sollen. Die Regelwerke geben eigentlich eine klare Begrenzung auf einen fünfmaligen Einsatz der Peitsche vor – aus Tierschutzsicht schon zu viel. Dennoch werden sogar diese Vorgaben bei den Rennen oftmals nicht eingehalten, um auch noch das Äußerste aus den Tieren herauszuholen. Im Jahr 2017 wurden in 37 Fällen Strafen wegen übertriebenem Peitscheneinsatz verhängt sowie sieben Strafen wegen Einsatzes der Peitsche in falscher Weise. „Der Sieg scheint meist wichtiger als das Wohlbefinden des Pferdes. Daran können auch die zu milden Strafen offensichtlich nichts ändern“, so Müller.
Der Deutsche Tierschutzbund nimmt derzeit verschiedene Pferderennen zum Anlass, um sowohl über klassische Öffentlichkeitsarbeit als auch in den sozialen Medien gezielt über die Auswirkungen, tierschutzwidrige Praktiken und den Umgang mit den Tieren aufzuklären. Weitere Informationen unter www.tierschutzbund.de/rennpferde

 

Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten

HÖHEPUNKT DER RENNSAISON RÜCKT NÄHER

DER DEUTSCHE TIERSCHUTZBUND BLICKT HINTER DIE  KULISSEN VON GALOPP- UND TRABRENNEN

DER DEUTSCHE TIERSCHUTZBUND WIRD IN DEN KOMMENDEN WOCHEN UND MONATEN ÜBER MISSSTÄNDE IM PFERDERENNSPORT AUFKLÄREN. SOWOHL BEI TRAB- ALS AUCH BEI GALOPPRENNEN KOMMEN TIERSCHUTZWIDRIGE METHODEN ZUR ANWENDUNG. IMMER WIEDER KOMMT ES ZU VERLETZUNGEN ODER SOGAR ZU TODESFÄLLEN BEI DEN
PFERDEN. AUCH DER FRAGE, WAS MIT AUSGEDIENTEN RENNPFERDEN PASSIERT, GEHT DER VERBAND ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN RENNVERANSTALTUNGEN NACH.

„Wenn Pferde ohne Rücksicht auf Verluste missbraucht werden, rückt der Respekt vor dem Tier in weite Ferne. Einige Besitzer und Trainer gehen bei ihrem Kampf um den Sieg im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen“, sagt Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir möchten über den Umgang mit Rennpferden aufklären und dafür appellieren, entsprechende Veranstaltungen nicht zu unterstützen – weder durch Wetten noch durch einen Besuch.“

Die Rennsaison in Deutschland nähert sich aktuell ihrem Höhepunkt: Im Juli gibt es mit dem Galoppderby in Hamburg, dem großen Dallmayr-Preis in München und dem Duhner Wattrennen auf dem Watt vor Cuxhaven drei bei Rennliebhabern beliebte Events. Der Deutsche Tierschutzbund nimmt in den kommenden Monaten verschiedene Pferderennen zum Anlass, um sowohl über
klassische Öffentlichkeitsarbeit als auch in den sozialen Medien
gezielt über tierschutzwidrige Praktiken und den Umgang mit den Tieren aufzuklären.

ZUM RENNEN VERDAMMT

Etwa eine Million Zuschauer zieht es in Deutschland jährlich alleine zu Galopprennen. 2016 belief sich der Wettumsatz hierbei auf rund 26 Millionen Euro. Wer genau hinsieht, muss jedoch erkennen, dass die Grenzen zwischen Sport und Tierquälerei inmitten solcher Events verschwimmen. Die Tiere werden mit tierschutzwidrigem Zubehör auf brutale Art und Weise zu mehr Gehorsam und Schnelligkeit angetrieben. Sowohl auf der Rennbahn als auch beim Training kommt es immer wieder zu Unfällen, die die Pferde mit ihrem Leben bezahlen. Verletzte, nicht mehr erfolgreiche oder zu alte Pferde sind für die Rennen nicht mehr brauchbar und werden „aussortiert“.

Weitere Informationen unter www.tierschutzbund.de/rennpferde [1]

Bei Galopprennen geht es vor allem um den Sieg – oft auf Kosten der Tiere
Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten