Schlagwort-Archive: Tierschutzverein Bunte Kuh e.V.

Notruf für Fische

In einem Gartenteich mit Folie ist eine Leckage entstanden.
An welcher Stelle lässt sich nicht feststellen.

Nun wird es schwierig:
Im Teich befinden sich ein paar kleinere Kois, Goldfische und ein älterer Spiegelkarpfen, der natürlich keinesfalls im Kochtopf landen soll.
Da die Fische zur Zeit in Winterruhe sind und das Einfangen und Umsetzen mit Aufregung für die Tiere verbunden ist, kann bei unsachgemäßem Vorgehen das Ganze zum Tod der Fische führen.
Wer kann helfen?
Wo können die Fische hin?
Wer hat einen Platz dafür oder weiß eine Lösung?
Wer ist fachlich so versiert, dass die Tiere ohne Schaden umgesetzt werden können?

Infos und Hilfsangebote bitte unter 0491-999 20 201 oder info@tierschutz-buntekuh.de

Kater in Neermoor zugelaufen

Der Kater hat ein schönes Zuhause gefunden!
Wem gehört dieser Kater oder wer kennt ihn?
Er ist etwa 6 Monate alt, nicht kastriert und nicht gechipt.
Der Kater ist sehr anhänglich und Menschen gewohnt!
Er tauchte am 12. Januar in Neermoor auf und möchte ins Haus – die Begeisterung des dort bereits wohnhaften Katers ist diesbezüglich sehr gering.
Wo gehört dieser Kater hin?
Tel 0491-999 20201

Aiko sucht seine Menschen!

Aiko geb. ca. 07.12.2017

Mittelasiatischer Owtscharka (-Mix) Aus Rumänien –

seit April 2018 in Deutschland

Aiko wurde vermittelt als  Border Collie – Husky Mischling. Es lag ein Film vor, in dem er noch sehr klein ist. Bei Abholung war er doch schon sehr groß,  jedoch wollte die Familie jetzt nicht mehr  vom Kauf zurücktreten. Hier ist ein Hund einfach in der falschen Lebenssituation. Familie mit 4 Kindern im Alter zwischen 11 und 15 Jahren. Aiko hat hier ein typisches Herdenschutzhund-Verhalten entwickelt mit dem die Familie, vor allem im Hinblick auf die Kinder, nicht mehr klar kommt. Er hat Herrchen gebissen, als er sich mit einem Hinterlauf unter dem Heizkörper verfangen hatte und Herrchen ihn befreien wollte, der Biss ging in die Hand.

Aiko war am 09.01.2019 bei mir auf dem Gelände. Ich wollte mir ein Bild von ihm machen in einem Umfeld, das fremd für ihn ist. Aiko zeigt sich hier sehr ängstlich und nervös. Geräusche ängstigen ihn, er zieht an der Leine und nimmt keinen Kontakt zu den Bezugspersonen auf. Er möchte wieder zum Ausgang und legt sich in der Nähe einfach ab. Daraufhin wird er abgeleint. Im Freilauf  ist er noch unsicherer, traut sich nicht zu mir an den Zaun und auch nicht in die Nähe der Grundstücksgrenzen. Erst als sich seine Menschen bewegen, geht er mit.  Er markiert mit Urin in der Hocke ganz am Ende des Geländes in der Nähe der Hecke. Danach wirkt er etwas sicherer. Als ich seine Bezugspersonen an diese Stelle schicke um über seine Markierung zu scharren geht er mit und beobachtet genau. Danach ist er zwischen seinen Bezugspersonen und nimmt hier auch Kontakt zu ihnen auf. Im Innenraum zeigt er sich nervös und unruhig, bellt jedoch nicht. Als er Aufmerksamkeit von Herrchen bekommt legt er den Kopf bei ihm auf. Ich konnte Aiko ein Stück Rinderlunge freigeben, ohne Schwierigkeiten. Auch als ich ihm erneut ein Sitz-Signal gebe, um die Lunge weiter in seine Richtung zu schieben, knurrt er zwar kurz, setzt sich dann jedoch erneut hin und wartet ab. Er traute sich nicht, den Leckerbissen in der für ihn fremden Umgebung zu fressen.

Fazit: Aiko ist ein sehr ängstlicher, mit Sicherheit nicht optimal geprägter und evtl. traumatisierter Herdenschutzhund. Er ist jedoch noch absolut form- und erziehbar. Ich wünsche mir, dass er hier in Ostfriesland bleiben kann und ich noch viel für ihn und seine neuen Bezugspersonen tun kann.

Er braucht eine ruhige Umgebung, sehr konsequente Führung und den Aufbau einer guten Kommunikation und auch gemeinsamen Beschäftigung. Ich bin mit der Tierschutzorganisation nicht einer Meinung, wenn es um Kinder geht. Er sollte nicht mehr in eine Familie mit Kindern kommen, auch nicht ältere Kinder!

Kontakt und nähere Informationen:

Mona Göbel, Tel. 04950 – 805186

Durch die Lappen gegangen – welcher Jäger kennt noch deren Bedeutung?

Durch die Lappen gegangen – welcher Jäger kennt noch deren Bedeutung?

Heute wurde wieder eine Jagd bei uns veranstaltet.

Eigentlich müsste vorher darüber informiert werden, damit Spaziergänger, Radfahrer oder andere Bürger nicht in das Jagdgeschehen hineingeraten.

Zwei Spaziergängern mit Hunden (angeleint) sind allerdings im Raum Weener in so eine Jagd hineingeraten – aber wen interessiert es schon?

Handlungsbedarf besteht erst, wenn es zu einem Jagdunfall kommt.

Bei uns wurde auch niemand vorher informiert.

Zum Glück waren unsere Katzen im Haus und wir konnten die Katzenklappen noch verschließen. Auch wenn ein Jäger nicht gerade auf unsere Katzen schießt – die freilaufenden Jagdhunde würden unsere Katzen würgen.

Freilaufende Hunde sind eigentlich nicht erwünscht, dabei sind unsere „Sofa-Fuffis“ wesentlich harmloser, als ausgebildete Jagdhunde: diesen Hunden hat man nicht nur das Vorstehen oder Apportieren beigebracht! Wie schrieb ein Jäger in einem Jagdforum:

Wie verhindere ich, dass so ein Spinner Nachbars Kater von 7 kg zur Schärfeprüfung mitbringt, ohne ihm vorher die Krallen zu stutzen?

Lebensverachtung pur!

Abgesehen davon, dass das Jagdgesetz veraltet ist – es stammt noch aus dem dritten Reich (Göring) – gab es früher immer eine Regelung:

Lappen wurden an Bäumen und Gegenständen befestigt. Flüchteten Tiere und liefen zwischen diesen Markierungen durch, wurden sie nicht mehr verfolgt. Sie gingen dem Jäger durch die Lappen!

Wenn Tiere heute bejagt werden, sind sie durch High-Tech und Vorgehensweise meist chancenlos. Wenn die Tiere eines Maisfeldes geschossen werden sollen, wird das Maisfeld gemäht und außen herum stehen auf 6 Meter Abstand meist 2 Jäger. Welche Chance hat dann das Tier?

Als heute um unser Haus herum geballert wurde, flüchtete das Rehwild panisch aus der Schonung in die Richtung unseres Gartens. Dieser ist nach hinten offen und bei Gefahr flüchten sich die Tiere dort hin.

Ich gebe zu, dass niemand, soweit wir sehen konnten, eines dieser Rehe erschossen hat! Aber der Fluchtweg war versperrt! Ein Jägersmann stand genau dort, wo der Wildpfad zu unserem Garten führt. Die Rehe drehten panisch wieder um und rannten in die andere Richtung. Aber mindestens ein Hase wurde geschossen und demnächst ist wieder in der Zeitung zu lesen, dass der Rückgang der Hasenpopulation von der Jägerschaft bedauert wird.

Bei uns lebte wohl mindestens ein Hase zu viel!

Das Geschrei ist groß, wenn es um die Novellierung der Jagd geht. Wahrscheinlich hat man Angst, dass die unterhaltsame Schießbude verkleinert wird…

 

V.i.S.d.P.: Renate Ankelmann

Feldhasen_Petkum, Foto: Eilert Voss
Hasenjagd in Emden, Foto: Eilert Voss
Feldhase, Foto: Eilert Voss

Neujahrsanschreiben Landestierschutzverband Niedersachsen

Neujahrsanschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tierschützerinnen und Tierschützer, liebe Mitglieder unserer Tierschutzvereine, liebe Mitarbeiterinnen u. Mitarbeiter der Tierschutzvereine,

Ein sehr bewegtes Tierschutzjahr liegt hinter uns: die politische Situation für den Tierschutz in Niedersachsen hat sich maßgeblich verändert. In vielen Bereichen stellen wir mit Erschrecken fest, dass die sachliche Auseinandersetzung in der politischen Diskussion immer mehr eine untergeordnete Rolle spielt: Das macht es uns als Tierschutzorganisation nicht einfach, die Interessen unserer Mitgliedsvereine zu vertreten.
Es gibt Positives …. So wurden 400.000 € für die Kastration von freilebenden Hauskatzen zur Verfügung gestellt und es gibt einen Erlass zur Verbesserung des Tierschutzes für Zugtiere bei gewerbsmäßigen Fahrbetrieben – beides Punkte, die auf Initiative des Landestierschutzverbandes umgesetzt wurden.

…. aber auch viel Negatives Uns hat die gnadenlose Realität der Missstände in der Tierhaltung schnell eingeholt und offenbart, dass unsere politischen Entscheidungsträger die gesetzlichen und verfassungsrechtlichen geschaffenen Grundlagen zum Teil ignorieren und nicht als rechtstaatliche Verpflichtung anerkennen.

• So wurden in Niedersachsen unfassbarer Tierquälereien bei Tiertransporten und auf Schlachthöfen vor den Augen der Kontrollbehörden aufgedeckt.

• Mit Zustimmung der Landesregierung wurde die betäubungslose Kastration von Eberferkeln über das 2018 hinaus beschlossen.

• Jagdrechtliche Vorschriften des niedersächsischen Jagdgesetzes wurden aufgehoben – alles unter dem Vorwand der Afrikanischen Schweinepest,

• Die Prämie für Weidetierhalter wurde einkassiert.

• Der niedersächsische Tierschutzplan wurde in eine an die Ökonomie gebundene Nutztierstrategie geändert und

• dem Landestierschutzverband wird seit fast einem halben Jahr die Anerkennung als klageberechtigter Tierschutzverband verweigert, obwohl alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Negativ-Krönung kam dann noch von einzelnen Landespolitikern, die die Arbeit unserer Tierschützer*Innen als abartig und widerwärtig beschrieben sowie kriminalisiert haben. Das zeigt den Stellenwert des Tierschutzes und somit auch Ihrer Arbeit bei unseren politischen Entscheidungsträgern.
Zukunft des Tierschutzes in Niedersachsen?
Können wir uns auf bestehende gesetzliche Grundlagen verlassen oder müssen wir uns auch zukünftig weiter darauf einstellen, dass der im Grundgesetz verankert Schutz der Tiere immer wieder ökonomischen Interessen geopfert und die Gesetzgebung entsprechend angepasst wird?
Diese Frage wird uns alle 2019 stark beschäftigen.

Gemeinsam sind wir stark
Uns eint die grundsätzliche Überzeugung, dass wir Tiere als Mitgeschöpfe sehen und sie damit als fühlende und soziale Lebewesen anerkennen. Hier spielen wir und unsere Vereine eine entscheidende Rolle: Mit unserem Sachverstand im Umgang mit Tieren können und müssen wir weiterhin für die notwendige Aufklärung unserer Mitbürger*Innen sorgen.
Wir müssen uns noch stärker gegen die vorherrschende Ignoranz gegenüber unserer Umwelt und dem Leiden von Tieren positionieren.
Wir sind an Ihrer Seite
Wir werden uns

• weiterhin für den Tierschutz und für unsere Mitglieder stark positionieren

• in den entsprechenden Gremien positionieren und mit den politischen Entscheidungsträgern die Diskussion suchen.

• Intensiv um den Erhalt der Tierschutzvereine in Niedersachsen einsetzen und dafür Sorge tragen, dass Haushaltsmittel dauerhaft für die unterschiedlichsten Tierschutzaufgaben in den Haushalt eingestellt werden.

Gerade in diesen für den Schutz unserer Tiere schweren Zeiten werden wir uns weiterhin auf Ihr zuverlässiges Wirken als ehrenamtlichen oder auch hauptamtlicher Tierschützer stützen.
Wir danken Ihnen von Herzen für die von Ihnen geleistete Arbeit 2018, und wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit in 2019.
Ein gesundes, glückliches und gesegnetes neues Jahr wünschen Ihnen

Ihr Vorstand Dieter Ruhnke, Vorsitzender Andrea Wildhagen, 1. stv. Vorsitzende Jörg Wechenberger, 2. stv. Vorsitzender Holger Hagen, Schatzmeister

Silvesternacht

Zuflucht

Zuerst einmal möchte ich allen Lesern für das Neue Jahr 2019 alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit wünschen!

Wir selbst feiern seit Jahren kein Silvester mehr, da unser Telefon dann nicht still steht: Hunde und Katzen verschwunden, Fundtiere und alles weitere, was eben so bei der Knallerei anfallen kann. Geht niemand bei uns an das Telefon, sind wir mit dem Auto unterwegs, um den Anrufern zu helfen. Daher ist bei uns Silvester auch alkoholfrei, da wir nie wissen können, wann wir uns wieder hinter das Steuer klemmen müssen.

Heute Nacht hatten wir allerdings ein Erlebnis der besonderen Art!

Wir wohnen etwas außerhalb, am Stadtrand von Leer. In unserem verhältnismäßig großen Garten stehen hohe Bäume. Selbstverständlich werden bei uns keine Böller gezündet und bei den Nachbarn war auch alles ruhig. Trotzdem begaben wir uns nach Mitternacht, als das Spektakel begann, in den Garten. Den Krach der Stadt konnte man bis zu uns hören, aber wir wollten natürlich auch wissen, wie es den Tieren im Gehege erging.

Panische Gänse flogen in großen Schwärmen mit viel Geschrei über uns hinweg in Richtung des nahen Wäldchens und dann plötzlich brach der Sturm los.

Ein Rauschen, ein Geschrei – wir fühlten uns wie im Film von Hitchcock „Die Vögel“.

Ganze Vogelschwärme stürzten sich in unsere Bäume, flattern, kreischen – es war schaurig, so viele panische Vögel. Es war beängstigend, was richten wir Menschen nur an? Es war schön, die Tiere hatten einen Zufluchtsort, wo sie sich halbwegs sicher fühlen konnten.

Diese Situation war überwältigend.

Mit Sicherheit werden viele unsere Gefühle, die wir in dieser Situation hatten, nicht nachvollziehen können – aber es gibt Momente im Leben, die man nicht erklären kann: man muss so etwas selbst einmal erlebt haben.

Und Rückschlüsse sollten die Leser selbst ziehen…

Prost Neujahr!

 

V.i.S.d.P.: Renate Ankelmann

Hahn Goldy sucht ein neues Zuhause!

Dieser Hahn hat den Namen „Goldy“ und ist eine Art „Familienmitglied“ bei den derzeitigen Besitzern.
Trotz allem wird für Goldy eine neue Bleibe gesucht: er verträgt sich
naturgemäß absolut nicht mit seinem Vater und da fliegen die Federn im wahrsten Sinne des Wortes.

Wer möchte Goldy aufnehmen, damit er auf eine Schar Hühner aufpassen kann? Freilauf natürlich!
Goldy ist im Mai diesen Jahres geschlüpft und er sollte nicht in einem Kochtopf landen!
Die Abgabe erfolgt mit Schutzvertrag, die Übernahme ist kostenfrei.

Interessenten mögen sich bitte unter 04946-8989 401 melden oder unter
0491-999 20201 oder über unsere Homepage

Zum Thema anonyme Hinweise und Beschlagnahmung von Tieren

Zur Zeit bekommt unser Verein wieder sehr viele Hinweise, allerdings ist ein großer Teil davon anonym – also ohne Absender.
Mit Sicherheit verfolgen wir auch die anonymen Meldungen!
Allerdings werden wir in diesen Meldungen oft gebeten, ein Tier einzuziehen.
Auch wenn wir es wollten: der Tierschutz darf es nicht!
Wenn der Fall einer Beschlagnahmung unserer Meinung nach gegeben ist, informieren wir das Veterinäramt und/oder die Polizei.
Unter Umständen wird auch das Gericht mit einbezogen.
Ein Tier einziehen, gleichgültig ob Klein- oder Großtier, kann nur eine befugte Behörde!
Dafür werden die beamteten Tierärzte zu Rate gezogen.
Der Tierschutz darf es nicht!

V.i.S.d. P.: Renate Ankelmann

 

Ein Tag im Leben eines Tierschützers

Ein Tag im Leben eines Tierschützers

Montag morgends um 6.30 Uhr ein Anruf:

„Gleich muss ich zur Arbeit, vor meiner Haustür liegt eine Katze mit 4 Jungen – bitte holen Sie die ab!“

Wir haben kein Tierheim und alle Pflegestellen sind besetzt! Ich muss mir erst etwas einfallen lassen!

7.00 Uhr: „In meinem Gartenhäuschen – die Tür war nicht verschlossen – liegt eine Katzenmutter mit 6 Katzenbabies können Sie die aufnehmen?“

Au weia, wenn wir ein Tierheim hätten – das wäre einerseits toll – andererseits: es wäre an einem einzigen Tag mit Katzen überfüllt! Bitte Geduld! Ich suche nach einer Möglichkeit!

7.10 Uhr: „Ich habe mit einem Freischneider unter meiner Hecke gemäht. Habe dabei einen Igel skalpiert – was muss ich jetzt machen?“

Zum Tierarzt damit fahren, ja doch – wir übernehmen die Rechnung! Ob wir fahren können? Wo wohnen Sie denn? Au weia, das ist für uns eine Tour 26 Kilometer und ein Tierarzt ist doch gleich bei Ihnen um die Ecke…okay, da muss ich sehen, wer frei hat und nicht arbeiten muss! Nein, wir arbeiten nicht beim Tierschutz, wir machen das alle ehrenamtlich. Nein, wir bekommen für unsere Tierschutzarbeit kein Geld – ich sagte doch: ehrenamtlich!

7.20 Uhr: „Ich habe gestern mehrfach bei Ihnen angerufen! Weshalb geht sonntags niemand ans Telefon? Ich muss meine Katzen loswerden. Ich ziehe um und darf sie nicht mitnehmen!“

Wir waren gestern den ganzen Tag auf dem Flohmarkt! Nein, das ist kein Hobby von uns! Ihre Katzen sind nicht kastriert und unkastrierte Katzen vermitteln wir nicht! Da Sie das Geld wegen der geschilderten Umstände für den Tierarzt nicht aufbringen können, müssen WIR das Geld ja wohl aufbringen… nein, Tierärzte haben eine Gebührenordnung, die sie nicht unterschreiten dürfen! Wir müssen den Tierarzt auch bezahlen! Nein, der Bund gibt uns kein Geld! Nein, wir sind keine Beamten eines Amtes! Tierschutz ist eine gemeinnützige Vereinsarbeit von Leuten, die den Handlungsbedarf sehen.

7.40 Uhr: „Hier auf der Straße in… Hausnummer… liegt eine Katze. Sie wurde angefahren. Sie faucht! Ich kann sie nicht anfassen und sie gehört mir auch nicht!

Okay, ich komme – weg vom Tel bewaffnet mit Korb, Handschuhen und Netz – Katze einfangen und zum Tierarzt bringen. Neugierige Passanten begutachten mein Treiben. Einige sind behilflich und halten den Korb, einige sagen „lasst sie krepieren, es gibt ja genug“,  einige sind voller Mitleid… Nun ab damit zum Tierarzt – wo brauche ich keinen Termin? Über das mobile Netz eine Möglichkeit suchen.

Wieder zu Hause, Katze ist beim Tierarzt geblieben…

9.00 Uhr: Anrufe auf dem AB „verdammt, Euch erreicht man ja nie“ und „ich habe junge Katzen gefunden, kann die jemand holen?“

Es wird also zurückgerufen und man lässt sich anmachen, weil man nicht am Tel gesessen hat (dazu wäre man ja verpflichtet) und erst nach einer Unterbringungsmöglichkeit suchen muss (wir haben ja kein Tierheim).

Böse Welt, ich würde gerne endlich frühstücken!

9.20 Uhr: Es ist so heiß und die Schafe auf dem Deich haben keinen Unterstand, sie sind der prallen Sonne ausgesetzt und Sie sind verpflichtet, für Abhilfe zu sorgen! Ich zeige Sie wegen Untätigkeit an!

Ja, das mit den Schafen ist ein Problem! Wir finden das auch nicht in Ordnung, nur: auf dem Deich darf nichts gebaut werden! Das hat etwas mit dem Deichschutz zu tun! Da gibt es gesetzliche Vorschriften, auf diese haben wir keinen Einfluss! Ja, ja – ich weiß: der Tierschutz ist untätig! Nein, ich bin keine Beamtin und ich werde auch nicht dafür bezahlt.

9.35 Uhr: schwerverletzte Kuh

Ja, ich komme – den Besitzer kennen Sie nicht? Ich komme…

Böse Welt! Die Kuh ist nicht verletzt – sie ist bullig und legt entsprechendes Gebaren an den Tag! (kennt jemand rollige Katzen? Die sind auch nicht krank) Nein, der Landwirt wird einen Teufel tun und seine Kuh kastrieren lassen – auch nicht mit Überredungskünsten!

Welchen Sinn sollte er darin sehen?

10.40 Uhr: Es ist ja wieder niemand ans Tel gegangen, das ist ganz furchtbar bei Euch! Ich habe eine Schildkröte gefunden!

Jo, Wasser- oder Landschildkröte? Na gut, ich beschreibe einmal, Rotwange, Gelbwange, Moschus, Geier, maurische, griechische, europäische Sumpf, Steppen…

Doch, die Unterschiede sind ganz wichtig! Schildkröten fallen unter Artenschutz (Cites) und dürfen nicht mehr verkauft oder vermittelt werden. Da gibt es für die Arten unterschiedliche Vorschriften!

Und wir wollen uns doch keinen Ärger einhandeln oder diese Tiere nicht artgerecht unterbringen wollen….?

11.07 Uhr: Entweder nimmt bei Euch niemand ab oder es ist dauerbesetzt! Ihr müsst einen zweiten Tel-Anschluss haben! Wir haben einen Karton mit jungen Vögeln, die alle Hilfe brauchen…

Halt, ich komme sofort – wohin?

Ich habe es mir gedacht! Am Ort des Geschehens:

Wird das Nest zu eng, hopsen die Nestlinge aus dem Bettchen (Nest) und setzen sich auf die Erde. Dort werden sie von den Eltern weitergefüttert! Natürlich kommen die Eltern nicht, wenn wir daneben stehen – sie wollen ja nicht den Standort ihrer Kinder verraten!

Sicher könnte eine Elster oder Katze den Jungvogel schnappen – momentan sind wohlmeinende Bürger aber eher die Gefahr. Wie sonst könnte ein Karton mit Jungvögeln zusammenkommen?

Wir setzen unter Protest der Bürger die Vögel wieder hin und bitten sie, in Häuser oder  Autos zu gehen und genau, ganz genau, hinzuschauen!

Siehe da, die Winzlinge werden gefüttert!

Einige Bürger sind überrascht, sie wussten es nicht besser – meinten es aber gut! Ein Anwohner meinte allerdings, die Tierschützer wären nur zu faul, die Pflege der Kleinen zu übernehmen. Na ja, man muss als Tierschützer schon gute Nerven haben!

Nach dem ganzen Palaver ist es mittlerweile 12.20 Uhr, als ich wieder zu Hause bin. Unterwegs habe ich Kaffee getrunken und zwischendurch 2 Brötchen gegessen. Zu Hause angekommen ist der Anrufbeantworter voll:

Anfragen wegen einem Hund, es geht um Hühner und Katzen, Katzen, Katzen…

Wir haben im Landkreis Leer mehrere Katzenschutzvereine und auch sie schaffen es nicht, diesem Elend ein Ende zu bereiten! Niemand von diesen Leuten ist untätig, aber ganz klar: je mehr der Tierschutz unterstützt und umsetzt, um so selbstverständlicher wird erwartet, dass wir Kosten übernehmen und unliebsame Tiere aufnehmen. Einige Leute kastrieren ihre Katzen, die Mehrheit geht davon aus, dass der Tierschutz verpflichtet ist, Kastrationskosten zu übernehmen! Das Katzenproblem ist hausgemacht!

Wer ein Tier hält, muss auch für die Unkosten aufkommen!

In Leer besteht auch die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen seit ein paar Jahren! Aber wen interessiert das? Es gibt ja Tierschutzvereine, dann sollen die eben…

Ich versuche jetzt die Anrufe auf dem Anrufbeantworter zu beantworten, werde aber immer wieder von neuen Anrufen unterbrochen – daher: niemand erreichbar oder ständig besetzt…

Und so geht das immer lustig weiter bis in die späten Abendstunden!

Es wäre wünschenswert, wenn sich mehr Bürger für den Tierschutz engagieren würden! Allerdings auch professionell und nicht mit gefährlichem Halbwissen! Dann wäre diese Arbeit auf mehreren Schultern verteilt! Es wäre wünschenswert, dass Katzenbesitzer ihre Katzen gemäß der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht zum Tierarzt bringen würden und dieser Pflicht nachkämen! Der Tierschutz ist dafür nämlich eigentlich gar nicht zuständig. Es wäre wünschenswert, wenn Tiere endlich als fühlende Mitgeschöpfe gesehen werden würden!

Und noch etwas fällt mir auf: je mehr sich die Tierschützer ins Zeug legen, Geld zusammentragen, um die Unkosten zu decken, private Kosten von Anrufern, die in Not geraten sind übernehmen und in Notfällen helfen – es wird zur Selbstverständlichkeit und die Ansprüche und Forderungen steigen, teilweise bis zur Unverschämtheit.

Einem unserer Mitglieder wurde bereits angeraten, sein Haus zu verkaufen – dann könne er ja mehr Katzen kastrieren…

So, das alles musste ich einmal loswerden – auch wenn es wieder viel Kritik geben wird!  Aber der beschriebene Zustand entspricht absolut und voll der Wahrheit!

V.i.S.d.P.: Renate Ankelmann

 

Katze, gerade kastriert, weiblich, noch schlafend
Verhungerte Vögel, durch Neonikotinoide zu wenig Insekten (Foto Johann Beuke)
angeschossener Pfeifentenerpel (Foto Eilert Voss)
Nothilfe Igelbabies
junge Möwe, verletzt, wurde von Jugendlichen mit Steinen beworfen
Info-Stand, BBS Leer
Verkaufsstand beim Tag der offenen Tür im Tierheim Jübberde
Adventsmarkt in Weener
Frieren auf dem Adventsmarkt in Weener