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Tiertransporte in Drittstaaten: Forderungen an die Agrarministerkonferenz

Tiertransporte in Drittstaaten: Forderungen an die Agrarministerkonferenz

Seit fast 30 Jahren (!) ist bekannt, dass Tiertransporte in Staaten außerhalb der EU mit unvorstellbarer Tierquälerei verbunden sind. Die Quälerei betrifft sowohl die Transportbedingungen als auch das Entladen und die anschließende Schlachtung der Tiere.

Es ist dabei völlig irrelevant, ob die Tiere als Zucht- oder Schlachtvieh deklariert sind, weil die Bezeichnung Zuchtvieh Etikettenschwindel ist. Dafür spricht, dass der jahrelange Export
angeblicher Zuchtrinder in die Türkei, die Maghreb-Staaten, in Staaten der ehemaligen Sowjetunion u.a. bisher nicht zum Aufbau nennenswerter Tierpopulationen für die Milchproduktion geführt hat. Allein der niedrige Milchpreis bei hohem Fleischpreis bspw. in
der Türkei zeigt, dass die Tiere direkt der Schlachtung zugeführt werden. In Zeiten von künstlicher Besamung und Embryotransfer gibt es keinen vernünftigen Grund zum dauerhaften Export lebender Zuchttiere.

Überhaupt fehlt es in den genannten Ländern an geeigneten klimatischen Bedingungen, an Futtergrundlagen sowie an Wissen und Können zum Umgang und zur Zucht Schwarzbunter
Hochleistungsrinder.

Schon lange hätte die Bundesregierung den leidvollen Tiertransporten in diese Länder ein Ende setzen müssen. Sie ist in der Pflicht, sich ans Grundgesetz (Art 20a) und an das
Tierschutzgesetz zu halten. Für Tierquälerei gibt es keinen vernünftigen Grund.

PolitikerInnen, die diese Tierquälerei sehenden Auges nicht unterbinden, werden sich zu Recht fragen lassen müssen, ob sie wirtschaftliche Interessen über ethische Grundprinzipien
stellen.

Wir fordern von den Amtschefinnen und Amtschefs, sich auf der Agrarministerkonferenz für folgende Punkte einzusetzen:

  • den Export lebender Schlacht- und Zuchttiere in Drittstaaten unverzüglich zu verbieten,
  • die Bundesregierung dazu aufzufordern, sich auch auf europäischer Ebene für ein Exportverbot lebender Tiere in Drittstaaten einzusetzen und alle bestehenden Abkommen zum Export lebender Tiere in Drittländer aufzulösen,
  • AmtstierärztInnen und amtliche TierärztInnen nicht länger der Situation auszusetzen, sich entweder durch Abfertigung der Transporte der Beihilfe zur Tierquälerei schuldig zu machen oder bei Weigerung dem enormen Druck seitens der Wirtschaft ausgeliefert zu sein,
  • ein grundsätzliches Transportverbot von Nutztieren über acht Stunden (inklusive Be- und Entladezeiten) durchzusetzen,
  • die Kontrollfrequenz von Tiertransporten auf der Straße zu erhöhen und festgestellte Verstöße abschreckend zu sanktionieren,
  • die Schlachtung von Tieren am nächstgelegenen geeigneten Schlachthof vorzuschreiben,
  • den Transport von Fleisch und Samen von Zuchttieren anstelle lebender Tiere verpflichtend einzuführen.

 

 

 

 

 

 

Gemeinsame Erklärung der Tierschutzorganisationen

Animal Equality Germany e.V. + Ärzte gegen Massentierhaltung + Aktion Kirche und Tiere
e. V. + Bürgerinitiative Lahstedt-Ilsede für Tier, Mensch und Umwelt + Bundesverband
Tierschutz e. V. + Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. + Bündnis Bayerischer
Tierrechtsorganisationen (BBT) + Deutsche juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V.
+ Deutsches Tierschutzbüro e.V. + Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz + Foodwatch e. V. +
Landestierschutzverband Niedersachsen e. V. + Landestierschutzverband Nordrhein-
Westfalen e. V. + mensch fair tier + NABU Landesverband Niedersachsen + Partei Mensch
Umwelt Tierschutz + PETA Deutschland e. V. + PROVIEH e. V. + Tierärzte für verantwortbare
Landwirtschaft e. V. + VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

Tiere sind empfindsame Lebewesen und keine Sachen oder
Produktionsmittel. Sie können wie wir Schmerzen, Angst, Hunger, Durst
fühlen. Sie haben daher ein Recht auf Leben in Würde und Unversehrtheit.

Artikel 20a GG weist die Verpflichtung, die natürlichen Lebensgrundlagen und
die Tiere durch Gesetzgebung und Rechtsprechung zu schützen, als Staatsziel
aus. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Uns eint die grundsätzliche
Überzeugung, dass Menschen verpflichtet sind, Tiere als fühlende und soziale
Lebewesen anzuerkennen und ihnen ein art- und verhaltensgerechtes Dasein
zu gewährleisten.

Entgegen seiner Verpflichtung schützt der Staat die landwirtschaftlich
genutzten Tiere jedoch NICHT!

Vielmehr bedient er die ökonomischen Interessen der Tiernutzer. Der Staat
setzt das Tierschutzgesetz nicht um, sondern konterkariert es auf dem
Verordnungsweg. Damit sich dieses undemokratische und auch unethische
Vorgehen endlich ändert, bündeln wir unsere Kräfte und setzen uns in
öffentlichkeitswirksamen gemeinsamen Projekten und Aktionen für ein Ende
der von der Mehrheit der Bevölkerung nicht gewollten Tierausbeutung ein.

Stellungnahme Tiertransporte

Stellungnahme Tiertransporte

Mehrere bayerische Veterinärämter haben Genehmigungen bzw. das Ausstellen von Vorzeugnissen für Langstrecken-Tiertransporte in Drittländer bis auf Weiteres verweigert. DerersteFallin Landshutbetraf eine trächtige Kuh, die auf eine 5.000 Kilometer lange Reise nach Usbekistan geschickt werden sollte und für die das Veterinäramt in Landshut kein Vorlaufzeugnis erstellte. Der Landrat unterstützte diese Entscheidung und bekräftigte, dass keine weiteren Transporte dieser Art aus Landshut durchgeführt würden. Mittlerweile verweigern auch die Veterinärämter Passau und Freyung-Grafenau, Unterallgäu,Aschaffenburg, Rendsburg Eckernförde und weitere LandkreiseTransportgenehmigungen. Die unterzeichnenden Verbände begrüßen die Entscheidungen der oben genannten Veterinärämter und möchte alle weiteren Behörden dazu auffordern, sich dem anzuschließen und die Genehmigung für Langstreckentiertransporte in Nicht-EU-Staaten zu verweigern. Nicht zuletzt sehen wir jedoch hier die Politik in der übergeordneten, besonderen Verantwortung zu handeln, denn solche Entscheidungen können letztlich nicht willkürlich von einzelnen Veterinärbehörden und Landräten abhängen. Vielmehr muss hier allen in der Verantwortung stehenden Behörden der Rücken gestärkt und Rechtssicherheit geschaffen werden. Ein klares Verbot von Lebendtiertransporten in Drittländer ist längst überfällig. Aus zahlreichen Reportagen und Fernsehberichten ist bekannt, unter welch unsäglich qualvollen Bedingungen Tiere auf Langstreckentransporten inLänder außerhalb der EU leiden müssen, um am Ende ihrer oft Tausende Kilometerlangen Reise einen grausamen Tod durch Schlachten ohne vorherige Betäubung erleidenzu müssen. Grauenvolle Praktiken wie das Hochziehen von schwerverletzten Rindern an nur einem Bein mithilfe einer Seilwinde bis hin zum Ausstechen der Augen oder Durchtrennen von Sehnen sind nicht das erste Malberichtet worden, so auch wieder in derReportage „Geheimsache Tiertransporte“von Manfred Karremann, die in der Sendung 37 Grad im Jahr 2017 ausgestrahlt wurde. Minutenlange Todeskämpfe, sägende Schächtschnitte, schreiende, verblutende Tiere-diese Bilder sind für uns mehr als unerträglich und lassen uns schwer fassen, warum von deutscher Seite aus dieses Tierleidermöglicht, ja eher nochbefördert wird. Wettbewerbsfähigkeit und lukrative Geschäfte, die sich mit Tiertransporten erwirtschaften lassen, stehen über Moral und Ethik. Verbeamtete Tierärzt*innen sehen sich genötigt, behördlichen Anweisungen Folge zu leisten und Vorzeugnisse für den Transportin Drittländer auszustellen, da sie sonst um ihre Anstellung oder ihren weiteren Berufsweg fürchten müssen. Wohlwissend, was die Tiere dort erwartet, sehen sich diejenigen, die diesen Beruf wahrscheinlich einmal gewählt haben, um Leid an Tieren zu verhindern, dazu gezwungen, genau das Gegenteil zu tun. Ihre amtliche Aufgabe als Schutzorgan der Tiere wird ad absurdum geführt und macht sie der Beihilfezur Tierquälerei schuldig. Eine Aufsatzreihe von Dr. Christoph Maisack und Dr. Alexander Rabitsch1 kommt zu diesem eindeutigen Ergebnis: Amtsveterinär*innen machen sich der Beihilfe zur Tierquälerei schuldig, wenn sie Tiertransporte in Drittländer wie bspw. der Türkei, im Nahen Osten, im Maghreb und in den asiatischen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion genehmigen. Einige Veterinärämter fürchten nun, dass ihre Amtsveterinäre haftbar gemacht werden können, wenn sie Tiertransporte in Drittländer genehmigen.
Wir, die Unterzeichner dieser Stellungnahme fragen: Warum ist hier eine juristische Ausarbeitung notwendig, um Amtstierärzt*innen ethisch verantwortliches Handeln zu ermöglichen? Wir erwarten von einem Rechtsstaat, seine Amtsträger*innen aufzuklären und zu ermutigen, sich für das Recht und damit das Tierwohl einzusetzen, um sich nicht strafbar zu machen. Zudem kritisieren wir, dass wirtschaftliche Interessen höher wiegen als die Tatsache, dass den Tieren, wissend um ihre Torturen und ihren sie zu erwartenden grausamen Tod ein solches Leid zugefügt wird. Wir rufen die verantwortlichen Politiker, Ministerien und europäischen Institutionen umgehend auf, Tiertransporte in Drittländer zu stoppen.
Der Europäische Gerichtshofhatte bereits im Jahr 2015 entschieden, dass das Wohl der Tiere bis zum letzten Zielort sichergestellt sein muss, auch wenn dieser außerhalb der EU-Grenzen liegt. Die Vorschriften werden bei Langstreckentransporten systematisch missachtet. Zwei Anträge zur Aussetzung von Langstreckentransporten, solange die bestehenden Vorschriften nicht eingehalten werden, wurden am 08.11.2018vom Bundestagfinalabgelehnt. Deutschland verfügt über mindestens sechzehn einzelstaatliche Abkommen zu Lebendtierexporten in Drittländer. Diese befördern zahlreiche tierquälerische Lebendexporte von Schlachttieren in entfernte Länder. Die Deklaration alsangeblicheZuchttiere ist dabei unerheblich, da es sich hierbei in vielen Fällenum einen Etikettenschwindel handelt1, weil die Zuchttiere nach dem Abkalben ausgemolken und sodann geschlachtet werden. Zuchttierpopulationen wurden in diesen Ländernkaumnachweislich aufgebaut. Wir fordern die verantwortlichen Politiker aller Länder, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowiedie europäischen Institutionenauf, unverzüglich zu handeln, um das grauenvolle Tierleid endlich zu beenden. Zudem müssen Amtsveterinär*innen dringend Rechtssicherheit von übergeordneter Stelle erhalten.

Wir fordern:

  • Ein Verbot allerLangstrecken-Lebendtiertransporte inDrittländer
  • Ein Aussetzen aller Langstreckentransporte in Drittländer (z.B. durch Verweigerung des Ausstellens von Vorzeugnissen)
  •  Eine Verpflichtung aller Veterinärbehörden, Genehmigungen von Langstreckentransporten in Drittländer nicht mehrauszustellen
  • Schaffung von Rechtssicherheit für Veterinärbehörden und übergeordneten Ämtern
  • Die Auflösung bestehender Abkommenzu Lebendtierexporten in Drittländer
  • Keine neuen Abkommenzu Lebendtierexportenabzuschließen

Gemeinsame Erklärung der Tierschutzorganisationen
Ärzte gegenMassentierhaltung + Aktion Kirche und Tiere e. V. + Animal Welfare Foundation e. V. + Bürgerinitiative Lahstedt-Ilsede für Tier, Mensch und Umwelt + Bundesverband Tierschutz e. V. + Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. + Deutschejuristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V. + Deutsches Tierschutzbüro e.V. + Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz + Förderverein des PeterSinger-Preises für Strategien zur Tierleidminderung e. V. + Foodwatch e. V. + Landestierschutzverband Niedersachsen e. V. + mensch fair tier + NABU Landesverband Niedersachsen + Partei Mensch Umwelt Tierschutz + PETA Deutschland e. V. + PROVIEH e. V. + Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e. V. + VIER PFOTEN–Stiftung für Tierschutz
Tiere sind empfindsame Lebewesen und keine Sachen oder Produktionsmittel. Sie können wie wir Schmerzen, Angst, Hunger, Durst fühlen.Sie haben daher ein Recht auf Leben in Würde und Unversehrtheit.
Artikel 20a GG weist die Verpflichtung, die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere durch Gesetzgebung und Rechtsprechung zu schützen, als Staatsziel aus.Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Uns eint die grundsätzliche Überzeugung, dass Menschen verpflichtet sind, Tiere als fühlende und soziale Lebewesen anzuerkennen und ihnen ein art-und verhaltensgerechtes Dasein zu gewährleisten.
Entgegen seiner Verpflichtung schützt der Staat die landwirtschaftlich genutzten Tiere jedoch NICHT!
Vielmehr bedient er die ökonomischen Interessen der Tiernutzer. Der Staat setzt das Tierschutzgesetz nicht um, sondern konterkariert es auf dem Verordnungsweg. Damit sich dieses undemokratische und auch unethische Vorgehen endlich ändert, bündeln wir unsere Kräfte und setzen uns in öffentlichkeitswirksamen gemeinsamen Projekten und Aktionen für ein Ende der von der Mehrheit der Bevölkerung nicht gewollten Tierausbeutung ein.

Neujahrsanschreiben Landestierschutzverband Niedersachsen

Neujahrsanschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tierschützerinnen und Tierschützer, liebe Mitglieder unserer Tierschutzvereine, liebe Mitarbeiterinnen u. Mitarbeiter der Tierschutzvereine,

Ein sehr bewegtes Tierschutzjahr liegt hinter uns: die politische Situation für den Tierschutz in Niedersachsen hat sich maßgeblich verändert. In vielen Bereichen stellen wir mit Erschrecken fest, dass die sachliche Auseinandersetzung in der politischen Diskussion immer mehr eine untergeordnete Rolle spielt: Das macht es uns als Tierschutzorganisation nicht einfach, die Interessen unserer Mitgliedsvereine zu vertreten.
Es gibt Positives …. So wurden 400.000 € für die Kastration von freilebenden Hauskatzen zur Verfügung gestellt und es gibt einen Erlass zur Verbesserung des Tierschutzes für Zugtiere bei gewerbsmäßigen Fahrbetrieben – beides Punkte, die auf Initiative des Landestierschutzverbandes umgesetzt wurden.

…. aber auch viel Negatives Uns hat die gnadenlose Realität der Missstände in der Tierhaltung schnell eingeholt und offenbart, dass unsere politischen Entscheidungsträger die gesetzlichen und verfassungsrechtlichen geschaffenen Grundlagen zum Teil ignorieren und nicht als rechtstaatliche Verpflichtung anerkennen.

• So wurden in Niedersachsen unfassbarer Tierquälereien bei Tiertransporten und auf Schlachthöfen vor den Augen der Kontrollbehörden aufgedeckt.

• Mit Zustimmung der Landesregierung wurde die betäubungslose Kastration von Eberferkeln über das 2018 hinaus beschlossen.

• Jagdrechtliche Vorschriften des niedersächsischen Jagdgesetzes wurden aufgehoben – alles unter dem Vorwand der Afrikanischen Schweinepest,

• Die Prämie für Weidetierhalter wurde einkassiert.

• Der niedersächsische Tierschutzplan wurde in eine an die Ökonomie gebundene Nutztierstrategie geändert und

• dem Landestierschutzverband wird seit fast einem halben Jahr die Anerkennung als klageberechtigter Tierschutzverband verweigert, obwohl alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Negativ-Krönung kam dann noch von einzelnen Landespolitikern, die die Arbeit unserer Tierschützer*Innen als abartig und widerwärtig beschrieben sowie kriminalisiert haben. Das zeigt den Stellenwert des Tierschutzes und somit auch Ihrer Arbeit bei unseren politischen Entscheidungsträgern.
Zukunft des Tierschutzes in Niedersachsen?
Können wir uns auf bestehende gesetzliche Grundlagen verlassen oder müssen wir uns auch zukünftig weiter darauf einstellen, dass der im Grundgesetz verankert Schutz der Tiere immer wieder ökonomischen Interessen geopfert und die Gesetzgebung entsprechend angepasst wird?
Diese Frage wird uns alle 2019 stark beschäftigen.

Gemeinsam sind wir stark
Uns eint die grundsätzliche Überzeugung, dass wir Tiere als Mitgeschöpfe sehen und sie damit als fühlende und soziale Lebewesen anerkennen. Hier spielen wir und unsere Vereine eine entscheidende Rolle: Mit unserem Sachverstand im Umgang mit Tieren können und müssen wir weiterhin für die notwendige Aufklärung unserer Mitbürger*Innen sorgen.
Wir müssen uns noch stärker gegen die vorherrschende Ignoranz gegenüber unserer Umwelt und dem Leiden von Tieren positionieren.
Wir sind an Ihrer Seite
Wir werden uns

• weiterhin für den Tierschutz und für unsere Mitglieder stark positionieren

• in den entsprechenden Gremien positionieren und mit den politischen Entscheidungsträgern die Diskussion suchen.

• Intensiv um den Erhalt der Tierschutzvereine in Niedersachsen einsetzen und dafür Sorge tragen, dass Haushaltsmittel dauerhaft für die unterschiedlichsten Tierschutzaufgaben in den Haushalt eingestellt werden.

Gerade in diesen für den Schutz unserer Tiere schweren Zeiten werden wir uns weiterhin auf Ihr zuverlässiges Wirken als ehrenamtlichen oder auch hauptamtlicher Tierschützer stützen.
Wir danken Ihnen von Herzen für die von Ihnen geleistete Arbeit 2018, und wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit in 2019.
Ein gesundes, glückliches und gesegnetes neues Jahr wünschen Ihnen

Ihr Vorstand Dieter Ruhnke, Vorsitzender Andrea Wildhagen, 1. stv. Vorsitzende Jörg Wechenberger, 2. stv. Vorsitzender Holger Hagen, Schatzmeister

Tierschutzkontrollsystem versagt: Schockierende Zustände in einem Schlachthof

Pressemitteilung Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. 18.10.2018

Tierschutzkontrollsystem versagt: Schockierende Zustände in einem Schlachthof

Der Landkreis Osnabrück hat einen Schlachthof in Bad Iburg stillgelegt. Der Verdacht: Es soll dort massive Verstöße gegen das Tierschutz- und Fleischhygienerecht geben. Die Tierschutzorganisation „SOKO Tierschutz“ hatte Filmaufnahmen der Zeitschrift „Stern“ und auch dem Landkreis sowie dem Landwirtschaftsministerium zugespielt.
Aus Sicht des Landestierschutzverbandes Niedersachsen wurden Tiere in unbeschreiblicher Weise gequält und getötet und die zuständigen Behörden haben die Augen davor verschlossen. Und das, obwohl beauftragte Tierärzte des Landkreises in den Schlachthöfen vor Ort waren. Wieder hatte eine Tierschutzorganisation und nicht die verantwortliche Behörde auf die strafbaren Handlungen in Umgang mit Tieren die entsprechenden Hinweise geliefert. Das gesamte Kontrollsystem von der Beladung, über den Transport bis zur Anlieferung hat komplett versagt.
Aufgrund der gelieferten Informationen und Beweismittel der „SOKO Tierschutz“, wurde die Strafverfolgung eingeleitet. Diesmal war keine Rede davon, wie von der Ministerin OtteKinast noch im Mai diesen Jahres gefordert, Tierschutzorganisationen die Gemeinnützigkeit zu entziehen, weil diese in landwirtschaftlichen Betrieben Tierquälereien festgestellt hatten.
„Es ist ja auch der eigene Verantwortungsbereich betroffen und die vorliegenden Informationen und Bilder sind so eindringlich, dass die Ermittlungsbehörden schnell eingeschaltet wurden, weil man nicht selber im Focus des Vollzugsdefizites geraten wollte, “ so Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes.
Ruhnke betont weiter: „Jetzt ist es spätestens an der Zeit, dass eine Verstärkung der Tierschutzkontrollen vorgenommen werden muss – und zwar bei der Haltung und bei der Schlachtung. Jetzt müsste auch gleich die Amtsträgerhaftung bei den Landräten geprüft werden, d. h. stellen sie ihren Veterinärämtern die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung, um die gesetzlichen Kontrollaufgaben umfassend durchzuführen? Der jetzt betroffene Landrat kann sich nicht mit der Schließung des Schlachthofes aus der Affäre ziehen.“
Neben den festgestellten Verfehlungen werden ca. 80 Millionen Tiere in deutschen Schlachthöfen lebendig verbrüht oder zerteilt, weil die vorgeschriebene vorherige Betäubung nicht gewirkt hat bzw. falsch durchgeführt wurde. Hierbei erleiden die Tiere schwerste Qualen.
„Wir sehen es als zwingende Aufgabe des Gesetzgebers an, durch verstärket Kontrollen sicherzustellen, dass alle „Schlachttiere“ ohne schwere und vermeidbare Qualen getötet werden“, so Dieter Ruhnke.
Videoüberwachung in Schlachthöfen, die im Falle von Verfehlungen die sofortige Einleitung erforderlicher Maßnahmen gewährleistet, könnte aus Sicht des Landestierschutzverbandes ein geeignetes Mittel sein, die Einhaltung tierschutzrechtlicher Anforderungen zu verbessern.
Dieter Ruhnke Vorsitzender

Alle Anträge abgelehnt: Keine Fristverlängerung für das betäubungslose kastrieren von Ferkeln

PM Deutscher Tierschutzbund 21.09.2018

Alle Anträge abgelehnt: Keine Fristverlängerung für das betäubungslose kastrieren von Ferkeln

Der Deutsche Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen begrüßt die heutige Entscheidung des Bundesrates in dem der Antrag von Niedersachsen (sowie die Anträge aus Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz), die Fortsetzung der Tierquälerei zu verlängern und mit der Lokalanästhesie eine weitere Tierquälerei einzuführen, keine Mehrheit erhalten hat.
„Das sind gute Nachrichten, die uns aus dem Bundesrat erreicht haben; eine weitere Hürde ist genommen. Nun hat aber die Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner, angekündigt, das Tierschutzgesetz zu ändern, damit die Tierquälerei fortgesetzt werden kann. Es darf nicht sein, dass die Politik vor der Branche einknickt und die Ferkel weiter gequält werden, obwohl tierschutzgerechte Alternativen existieren, diese in der Praxis bereits erprobt wurden und es ausreichend Zeit für eine Umstellung gab“, erklärt Dieter Ruhnke, Vorsitzender vom Landestierschutzverband Niedersachsen.
Branche hatte Zeit genug: Ein Verbot der betäubungslosen Kastration ab 2019 wurde bereits im Jahr 2013 beschlossen. Sogar die EU hatte bereits 2008 eine Richtlinie über Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen beschlossen, in der unter anderem auch gefordert wurde die betäubungslose Kastration zu beenden. Hätten die Regierungsparteien rechtzeitig dafür gesorgt, dass diese Richtlinie europaweit verpflichtend eingeführt wird, würde es die derzeitige Situation nicht geben.
„Es waren jetzt Jahre genug der Vorbereitung; es ist nicht mehr die Zeit der Verweigerung – das muss auch der Deutsche Bauernverband verstehen. Die vielen umstellungsbereiten Schweinehalter brauchen jetzt jede Unterstützung, um das Gesetz zu erfüllen. Alles weitere Taktieren schafft nur noch mehr Planungsunsicherheit“, so Dieter Ruhnke.
Der Landestierschutzverband fordert Ministerpräsident Stefan Weil auf sein Vorhaben, die Tierquälerei bei den Ferkeln fortzuführen, aufzugeben. „Stattdessen sollte er aus unserer Sicht auf Klöckner einwirken, dass nicht wertvolle Zeit in eine Gesetzesinitiative zur Verlängerung Tierquälerei verplempert wird. Als einflussreiches EU-Land sollte man sich vielmehr für eine verbindliche Regelung in allen EU-Länder einsetzen – damit eine Balance im Wettbewerb erreicht wird. Dann kann man auch verhindern, das Ferkel nach Deutschland eingeführt werden, die nicht nach den EU-Richtlinien gehalten wurden“, betont Ruhnke.
Dieter Ruhnke Vorsitzender

Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Duhner Wattrennen – Sieg auf Kosten der Tiere

Hier, etwas verspätet, die PM des Deutschen Tierschutzbundes zum Duhner Wattrennen. Aber das Thema bleibt ja leider aktuell…

Duhner Wattrennen

Siegen auf Kosten der Tiere

Anlässlich des Duhner Wattrennens, das am 22. Juli auf dem Watt vor Cuxhaven stattfindet, macht der Deutsche Tierschutzbund auf bestehende Probleme im Pferdesport aufmerksam. So kommen bei Rennen immer wieder tierschutzwidrige Methoden zum Einsatz.
„Es ist zwar positiv, dass Amtsveterinäre in diesem Jahr verstärkt die Einhaltung des Tierschutzes beim Duhner Wattrennen überwachen wollen. Dennoch: Wer genau hinsieht, muss erkennen, dass die Grenzen zwischen Sport und Tierquälerei inmitten dieses und ähnlicher Events verschwimmen“, sagt Dr. Esther Müller, Fachreferentin für Pferde beim Deutschen Tierschutzbund.
Das Duhner Wattrennen, das immer zahlreiche Touristen als Höhepunkt ihres Besuches an der Nordsee anlockt, war schon mehrmals wegen Tierquälerei und verbotenen Hilfsmitteln in die Kritik geraten. Unter anderem kamen Zungenbänder, mit denen die Pferdezungen am Unterkiefer festgebunden werden, zum Einsatz – ebenso wie Ohrstöpsel, die die Ohren der Pferde verschließen und kurz vor Ziel gezogen werden, um als akustische Peitsche zu dienen. Beides bereitet den Tieren starkes Unbehagen und versetzt sie sogar in Angst, was sich nicht mit einem tiergerechten Umgang vereinbaren lässt – die Tiere müssen für den Erfolg leiden.
Peitschenhiebe sollen Pferde anspornen Für Tierleid sorgen bei Galopprennen auch Peitschenhiebe, die die Pferde zu mehr Leistung antreiben sollen. Die Regelwerke geben eigentlich eine klare Begrenzung auf einen fünfmaligen Einsatz der Peitsche vor – aus Tierschutzsicht schon zu viel. Dennoch werden sogar diese Vorgaben bei den Rennen oftmals nicht eingehalten, um auch noch das Äußerste aus den Tieren herauszuholen. Im Jahr 2017 wurden in 37 Fällen Strafen wegen übertriebenem Peitscheneinsatz verhängt sowie sieben Strafen wegen Einsatzes der Peitsche in falscher Weise. „Der Sieg scheint meist wichtiger als das Wohlbefinden des Pferdes. Daran können auch die zu milden Strafen offensichtlich nichts ändern“, so Müller.
Der Deutsche Tierschutzbund nimmt derzeit verschiedene Pferderennen zum Anlass, um sowohl über klassische Öffentlichkeitsarbeit als auch in den sozialen Medien gezielt über die Auswirkungen, tierschutzwidrige Praktiken und den Umgang mit den Tieren aufzuklären. Weitere Informationen unter www.tierschutzbund.de/rennpferde

 

Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten

HÖHEPUNKT DER RENNSAISON RÜCKT NÄHER

DER DEUTSCHE TIERSCHUTZBUND BLICKT HINTER DIE  KULISSEN VON GALOPP- UND TRABRENNEN

DER DEUTSCHE TIERSCHUTZBUND WIRD IN DEN KOMMENDEN WOCHEN UND MONATEN ÜBER MISSSTÄNDE IM PFERDERENNSPORT AUFKLÄREN. SOWOHL BEI TRAB- ALS AUCH BEI GALOPPRENNEN KOMMEN TIERSCHUTZWIDRIGE METHODEN ZUR ANWENDUNG. IMMER WIEDER KOMMT ES ZU VERLETZUNGEN ODER SOGAR ZU TODESFÄLLEN BEI DEN
PFERDEN. AUCH DER FRAGE, WAS MIT AUSGEDIENTEN RENNPFERDEN PASSIERT, GEHT DER VERBAND ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN RENNVERANSTALTUNGEN NACH.

„Wenn Pferde ohne Rücksicht auf Verluste missbraucht werden, rückt der Respekt vor dem Tier in weite Ferne. Einige Besitzer und Trainer gehen bei ihrem Kampf um den Sieg im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen“, sagt Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir möchten über den Umgang mit Rennpferden aufklären und dafür appellieren, entsprechende Veranstaltungen nicht zu unterstützen – weder durch Wetten noch durch einen Besuch.“

Die Rennsaison in Deutschland nähert sich aktuell ihrem Höhepunkt: Im Juli gibt es mit dem Galoppderby in Hamburg, dem großen Dallmayr-Preis in München und dem Duhner Wattrennen auf dem Watt vor Cuxhaven drei bei Rennliebhabern beliebte Events. Der Deutsche Tierschutzbund nimmt in den kommenden Monaten verschiedene Pferderennen zum Anlass, um sowohl über
klassische Öffentlichkeitsarbeit als auch in den sozialen Medien
gezielt über tierschutzwidrige Praktiken und den Umgang mit den Tieren aufzuklären.

ZUM RENNEN VERDAMMT

Etwa eine Million Zuschauer zieht es in Deutschland jährlich alleine zu Galopprennen. 2016 belief sich der Wettumsatz hierbei auf rund 26 Millionen Euro. Wer genau hinsieht, muss jedoch erkennen, dass die Grenzen zwischen Sport und Tierquälerei inmitten solcher Events verschwimmen. Die Tiere werden mit tierschutzwidrigem Zubehör auf brutale Art und Weise zu mehr Gehorsam und Schnelligkeit angetrieben. Sowohl auf der Rennbahn als auch beim Training kommt es immer wieder zu Unfällen, die die Pferde mit ihrem Leben bezahlen. Verletzte, nicht mehr erfolgreiche oder zu alte Pferde sind für die Rennen nicht mehr brauchbar und werden „aussortiert“.

Weitere Informationen unter www.tierschutzbund.de/rennpferde [1]

Bei Galopprennen geht es vor allem um den Sieg – oft auf Kosten der Tiere
Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten

Protest gegen Botox-Tierversuche für Nestlé

Anlässlich der diesjährigen Botox-Aktionswoche (25. bis 30. Juni) fordert der Deutsche Tierschutzbund ein Ende der grausamen Botox-Versuche für Nestlé. Das Unternehmen bezieht seine Botox-Produkte vom Hersteller Ipsen und ist damit mitverantwortlich für das Leid hunderttausender Mäuse pro Jahr. Die europaweite Botox-Aktionswoche wird bereits zum dritten Mal von der European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE) ausgerufen, einer Allianz europäischer Tierschutzorganisationen gegen Tierversuche, der auch der Deutsche Tierschutzbund angehört.
„Nach wie vor nimmt Nestlé billigend in Kauf, dass hunderttausende Mäuse jährlich für Botox leiden und qualvoll sterben – für ein Schönheitsprodukt, das allein der menschlichen Eitelkeit dient“, kritisiert Kristina Wagner, Leiterin des Referats für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund. „Und das, obwohl es bereits Hersteller gibt, die auf alternative Prüfverfahren zurückgreifen.“ Der Deutsche Tierschutzbund fordert Nestlé daher dazu auf, den Verkauf der Botox-Produkte Azzalure und Dysport einzustellen und die Versuche an Mäusen umgehend zu stoppen.
Andere Botox-Hersteller, wie die Marktführer Allergan und Merz, haben auf den Druck der Öffentlichkeit bereits reagiert und nutzen heute Testmethoden mit im Labor gezüchteten Zellen. Ipsen hingegen stellt Botox-Produkte für Nestlé her, für die noch keine tierversuchsfreien Tests zugelassen sind. Somit wird noch immer jede Produktionseinheit Botox an Mäusen getestet: Im sogenannten LD50-Test bekommen diese Botox in unterschiedlich stark verdünnten Dosen in die Bauchhöhle injiziert, um zu ermitteln, bei welcher Botox-Konzentration 50 Prozent der Tiere sterben. Das Prozedere ist mit enormem Leid verbunden. Die Mäuse ersticken langsam durch die Lähmung ihrer Atemmuskulatur – dabei kann sich ihr Todeskampf über bis zu vier Tage hinziehen.
Tierversuchsverbot für Kosmetika gilt nicht für Botox Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox, ist ein von Bakterien produziertes Gift, das in geringem Umfang auch für medizinische Zwecke zum Einsatz kommt. Es ist aber vor allem für seine kosmetische Anwendung zur Reduzierung von Falten bekannt. Obwohl die EU seit 2013 verbietet, Kosmetika zu produzieren oder importieren, die an Tieren getestet wurden, gilt dieses Verbot nicht für Botox. Der Grund ist ein Schlupfloch im Gesetz: Botox wird injiziert und nicht auf die Haut aufgetragen, weshalb es sich nach gesetzlicher Definition nicht um ein kosmetisches Produkt handelt.

Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Expertenanhörung zu Lebendtierexporten: Deutscher Tierschutzbund appelliert an Agrarausschuss

Pressemeldung des Deutschen Tierschutzbundes zu Lebendtierexporten vom 20.06.2018

Expertenanhörung zu Lebendtierexporten: Deutscher Tierschutzbund appelliert an Agrarausschuss

Der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages hat für den 25. Juni zu einem öffentlichen Fachgespräch geladen, um sich zum Umgang mit Lebendtiertransporten in Drittstaaten beraten zu lassen. Der Deutsche Tierschutzbund wird seine Sicht der Dinge vor dem Ausschuss deutlich machen. Die Tierschützer fordern ein Ende der Transporte und eine Überarbeitung der Tierschutztransportverordnung in Deutschland und der EU.
„Deutschland kann und muss eine Vorreiterrolle einnehmen und darf keine Tiere mehr in Drittstaaten liefern, solange die Tierschutztransportverordnung nicht überarbeitet wurde – und auch die Schlachtbedingungen nicht mindestens den EU-Standards entsprechen“, sagt Frigga Wirths, Fachreferentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund, die die Expertise des Verbandes vor dem Ausschuss vertreten wird. „Ob die bisher ohnehin zu laschen Vorgaben bis zum Zielort der Tiere eingehalten werden, lässt sich aktuell allerdings kaum überprüfen – hier braucht es strengere Kontrollen und härtere Sanktionen bei Verstößen“, so Wirths. „Ziel sollte aber sein, keine lebenden Tiere mehr zu exportieren, sondern immer am nächstgelegenen Schlachthof zu schlachten und dann Fleisch zu transportieren – bzw. den Samen anstelle von Zuchttieren.“
Nach der Anhörung verschiedener Expertenmeinungen wird der Agrarausschuss darüber befinden, welche parlamentarischen Initiativen folgen werden. Die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und FDP haben bereits jeweils einen Antrag vorgelegt.
Hintergrund Lebendtiertransporte Bei ihrem Weg aus der EU in Drittländer sind Tiere qualvoll lange und oft unter tierschutzwidrigen Bedingungen unterwegs. Lange Wartezeiten an der Grenze, keine adäquate Versorgung der Tiere und Hitzestress sind die Regel. Obwohl es ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gibt, dass EU-Recht und damit Tierschutzvorgaben bis zum Bestimmungsort der Tiere einzuhalten sind, wird dies in der Praxis nicht umgesetzt. Die Tierschutzbestimmungen in den Zielländern sind zudem oft unzureichend oder gar nicht vorhanden. Der Deutsche Tierschutzbund hatte bereits mehrfach in den letzten Jahren durch Recherchen das Leid von Rindern, Schafen, aber auch Pferden und anderen Tieren in Transporten dokumentiert. Zuletzt hatten Reportagen bei ZDF „37 Grad“ und ARD „Kontraste“ die Missstände erneut ins öffentliche Bewusstsein gebracht und eine politische Debatte ausgelöst.

Informationen zur Kampagne des Deutschen Tierschutzbundes finden Sie
hier: www.tierschutzbund.de/kampagne-tiertransporte [1]

Copyright: Animals International/Deutscher Tierschutzbund e.V.